Women Without Men

Shirin Neshats preisgekröntes Spielfilmdebüt: Women without Men – Zanan-e bedun-e mardan

Silberner Löwe (beste Regie), UNICEF-Preis, Venedig

Wenn man die fließenden Bildkompositionen von „Women without Men“ sieht, denkt man an die Filme eines Luis Bunuel (…) genau wie Bunuel hat auch Shirin Neshat das Land, aus dem sie stammt, im Exil wiedererschaffen – nicht als fotografisches Abbild, sondern als Phantasmagorie. (FAZ)
Es sind bestechend schöne Bilder, die die Regisseurin gefunden hat, klar und doch traumverloren, farbgesättigt und kontrastreich. (Tagesspiegel)

Sommer 1953: Der erste demokratisch gewählte Premierminister des Iran, Mohammed Mossadegh, wird durch einen von den USA und Großbritannien unterstützten Staatsstreich gestürzt. In einem verwunschenen Garten vor den Toren Teherans treffen sich vier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte – die kunstliebende Fakhri, die junge Prostituierte Zarin, die politische Aktivistin Munis und deren Freundin Faezeh. Das Chaos nach dem Putsch hat sie hier zufällig zusammengeführt; hier erleben die vier Protagonistinnen für einen kurzen Moment Lebensfreude, Freiheit und das Gefühl von Glück.
„Women without men“ ist der erste Spielfilm der international renommierten Video-Künstlerin Shirin Neshat. Basierend auf dem gleichnamigen Roman der iranischen Schriftstellerin Sharnush Parsipur entwirft Shirin Neshat in prächtigen und prägnanten Bildern eine magisch-fantastische Welt.

Mit: Pegah Ferydoni, Arita Shahrzad, Shabnam Tolouei, Orsi Toth. Buch und Regie: Shirin Neshat, Shoja Azari. Kamera: Martin Gschlacht. Musik: Ryuichi Sakamoto. Deutschland / Österreich / Frankreich 2009. 99 min. 1:1,85. Farbe. Persisch. OmU. Ab 12.

Shirin Neshat, geboren 1957 im Iran. Ihre Arbeiten als Künstlerin setzen sich mit den sozialen und religiösen Einflüssen auseinander, die die Identität muslimischer Frauen prägen. Für ihre Videoinstallation „Turbulent“ (1998) erhielt sie den Internationalen Preis der 48. Biennale von Venedig. Werkschauen im Whitney Museum, New York, im Nationalmuseum für Gegenwartskunst, Athen, in London, Amsterdam, Berlin und Montreal. „Women without Men“ ist ihr Debüt als Spielfilmregisseurin. Ihr zweiter Spielfilm, der sich dem Leben und der Kunst der legendären ägyptischen Sängerin Oum Kulthum widmet, kommt 2018 in die österreichischen Kinos.

Shirin Neshat über „Women without Men“: (…) die persönliche Krise der Frauen und ihr Streben nach Freiheit ähneln der Situation der iranischen Bevölkerung. Als Women Without Men 2009 auf den Filmfestspielen in Venedig gezeigt wurde, erhob sich in Teheran die Grüne Bewegung und interessanterweise war die Präsenz der Frauen dort genauso beeindruckend wie die Furchtlosigkeit der Menschen, der gesamten Nation. (Aus: „Freitag“ vom 24.06.2010, KIZ-Info 08-2010)

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KIZ RoyalKino in Kooperation mit der Neuen Galerie Graz und der Ausstellung Shirin Neshat, Frauen in Gesellschaft

So, 18.02.2018 um 11.30h
Mit einer Einführung durch Kurator Günther Holler-Schuster

Weitere Termine:
So, 04. und So, 18.03. jeweils um 11.30h

The Morgenstern & Boyd Trilogy

Private Screening

Rudi Lackner lud zu einer intimen Preview des neuen Films des Gleisdorfer Regisseurs Fritz Aigner in sein Grand Café Kaiserfeld. Unter den Gästen die Darsteller Susanna Arlt, mit der ich die Ehre hatte am Tisch zu sitzen, Daniel Doujenis, Marino Acapulco und Jacques Bush, die ich als Musiker von Spring and the Land kenne, sowie Filmkritiker und „the usual suspects“ aus dem Grazer Kulturbetrieb.

Der Film

Der bislang erfolglose Filmregisseur Fritz Aigner sorgt bei den Filmfestspielen von Venedig mit seinem Film „The Meadow“ unerwartet für Aufsehen. Ein namhafter Produzent beauftragt ihn daraufhin, eine Fortsetzung zu drehen. Die Dreharbeiten geraten zu einem Fiasko. Als die gesamte Filmcrew gegen den zunehmenden Größenwahn ihres Regisseurs rebelliert, sieht dieser sich mit den Antagonisten seiner eigenen Fiktion konfrontiert: Morgenstern und Boyd. Sie ziehen ihn in eine Spirale aus sexuellen Obsessionen und Allmachtsfantasien, an deren Ende nur das Scheitern des Films oder gar der Tod selbst stehen kann.

Soweit die Beschreibung vom Verleih und ich bin froh, dass es die gibt, denn obwohl ich zwei Stunden und 40 Minuten lang im Grand Café Kaiserfeld jede Sekunde des Films gesehen habe, ist mir nichts von dem klar geworden. Marino Acapulco tröstete mich beim Abschied, er habe den Film 70 mal gesehen und immer noch nicht verstanden. Vielleicht hätte ich nach dem Screening Antworten erhalten, aber da ich die letzte Strassenbahn erreichen wollte, musste ich leider rasch aufbrechen.

Soviel kann ich sagen, Morgenstern und Boyd ist sehenswert, verrückt und schön. In der Unverständlichkeit liegt gewissermassen auch die Stärke des Films, der mit seinen psychedelischen Bildern den Betrachter fesselt und  ihn in die irre Fantasiewelt Fritz Aigners ungebremst hineinzieht. Diese Welt wirft philosophische Fragen über Leben und Tod auf, wie auch erotische Fantasien, die von der wunderbaren Susanna Arlt stimuliert werden und im Soundtrack mit Anlehnungen an Carmina Burana und The Meadow zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfinden.

Kino Premiere

The Morgenstern & Boyd Trilogy (offizielle Website) morgensternboyd.com

 

Die Kinder der Toten

Casting

Nach drei Jahren (Life & Times, 2014) treffe ich Kelly Copper und Pavol Liška vom Nature Theater of Oklahoma auf der Pressekonferenz 50 Jahre steirischer herbst und entscheide mich spontan, am Casting für ihren Film „Die Kinder der Toten“ frei nach Elfriede Jelineks 666-seitigem Roman mitzumachen.

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„You’re in!“ sagt mir Pavol trocken und ich unterschreibe einen Darstellervertrag.

Matinee

Das gemeinsame Projekt des steirischen herbst mit dem Nature Theater of Oklahoma und dem Literatur h aus Graz wird im Palais Attems dem Publikum vorgestellt. „Der Große Dreh“ in der Obersteiermark kann beginnen.

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Das Nature Theater of Oklahoma will den Spass am (Stumm-)Film …

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… und Klaus Kastberger (2. v. l.) fordert die Beschäftigung mit dem Text Jelineks.

LOCATION

Im Hotel Appelhof in Mürzsteg ist ein Zimmer für mich reserviert. Sehr gemütlich in einer Villa wie aus einem Horrormovie, wo es überall im Gebälk gespenstisch knarrt, wenn man sich im Finstern die Treppe hinauf tastet. Mürzsteg ist ziemlich weit vom Geschehen entfernt. Aber egal wo man untergebracht ist, man fährt über das Wochenende gute 100 Km talauf talab von Mürzsteg nach Neuberg, nach Kapellen, wo ein Riesenplakat auf das FAZ Mürzer Oberland hinweist und zurück. Dieser Ort am verlassenen Bahnhof einer längst verschwundenen Schienenstrecke ist ausgelagerter Drehpunkt des steirischen herbst und dient der Filmcrew als das Basislager.

Ich bin schon sehr gespannt, worauf ich mich bei den Dreharbeiten eingelassen haben werde. Aber das dauert noch. Die Regisseure filmen in einer Fabrikshalle noch einige Szenen. Ich nütze die Zeit und lese unvorbereitet und öffentlich, jedoch nicht einmal so schlecht, meine 15 Minuten aus Jelineks Roman. Die Lesenden werden im Viertel-Stunden-Takt von Figuren aus Star Wars in einen in ein weisses Tuch eingepackten, ausrangierten Zugwagon begleitet, wo man einen Tag und Nacht durchlesenem 144 Stunden Lese-Marathon „Die Kinder der Toten“ abhält, den man sowohl im Hof aus Lautsprechern hört als auch für spätere Verwendung aufzeichnet.

SZENEN

  • Höllenszenario: Das Ende der Welt naht und die Erde verwandelt sich in eine Bühne für apokalyptisches Horrortheater. Die Polizei untersucht einen liegengebliebenen Holztransporter und findet eine übelriechende Leiche
  • Auferstehung der Toten: Weinendes Publikum im Kino betrauert seine Verstorbenen, die auf Super 8-Homevideos auf der Leinwand zu sehen sind. Nach einer Pause verwandelt sich ein Großteil der Kinogäste in Untote und durchstürmt die Leinwand, um die Verbleibenden zu attackieren.
  • Die Syrer: Sechs syrische Flüchtlinge werden von Einheimischen abgewiesen.
  • Im Supermarkt: Untote übernehmen die Kontrolle über den lokalen SPAR Supermarkt – und stellen ihn gehörig auf den Kopf.

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Und plötzlich ist man mittendrin im Film… Eine wertvolle neue Erfahrung, die ich mit nachhause nehmen darf. Hollywood wird mich nicht entdecken, wenn der Film ins Kino kommt, aber den Dreh hinter den Kulissen mitzuerleben hat großen Spass gemacht.

IM KINO

Mit den Dreharbeiten ist nun das künstlerische Projekt des steirischen herbst abgeschlossen. Jetzt geht es ans Produzieren. Unter maßgeblichem Engagement von Veronica Kaup-Hasler konnte im Sommer die Finanzierung des Materials als Film sichergestellt werden – der ORF, das Österreichische Filminstitut und das Land Steiermark sind beteiligt, produziert wird von Ulrich Seidl Film. Kelly Copper und Pavol Liska machen sich in den kommenden Monaten an die Bearbeitung des Materials, Ende 2018, Anfang 2019 soll der Film in die Kinos kommen.

A Page of Madness

Die renommierte Geigerin, Orchesterleiterin und Konzertmeisterin der Chicago Sinfonietta Renée Baker dirigiert das Styrian Improvisers Orchestra (STIO) zum Stummfilm A Page of Madness (1926, Teinosuke Kinugasa, japanischer Horrorfilm).


Renée Baker ist zur Zeit auch die Dirigentin des Aufsehen erregenden Chicago Modern Orchestra Project und seit langem Mitglied des weltbekannten Musikerkollektivs AACM (Association for the Advancement of Creative Musicians). Dabei spielte sie unter anderem mit Nicole Mitchell und George Lewis, im Great Black Music Ensemble und in Anthony Braxtons Creative Music Orchestra.

Das Styrian Improvisers Orchestra besteht bei variabler Besetzung aus 15 bis 25 Musikerinnen und Musikern der Grazer und Wiener Improvisationsszene. Unter den verschiedenen Dirigaten oszilliert das STIO zwischen Freiheit und Struktur, wobei sich virtuose Improvisationen und fragile Klanglandschaften abwechseln.

Do, 30. März 2017, 20:00 Uhr / STOCKWERK / Graz / Austria
RENÉE BAKER & STYRIAN IMPROVISORS ORCHESTRA
A Page of Madness

V:NM | Styrian Improvisers Orchestra | Josef Klammer