steirischer herbst ’20

24.9.–18.10.2020

„Wir sind dieses Jahr überall, und manchmal nicht dort, wo man uns erwartet“, schreibt Intendantin und Chefkuratorin Ekaterina Degot in der Paranoia TV-Programmzeitschrift. Der analoge Wegweiser durch den heurigen steirischen herbst ist ab Mitte September in der Paranoia TV Zentrale erhältlich. Mit einer Auflage von 390.000 Stück wird er außerdem der Kleinen Zeitung, den Salzburger Nachrichten, dem Standard und dem Falter unmittelbar vor der Festivaleröffnung österreichweit beigelegt. Einen Überblick über die größtenteils kostenfreien Veranstaltungen und facettenreichen Formate gibt es aber schon jetzt auf der von Paranoia TV gekaperten Website des steirischen herbst und unter www.paranoia-tv.com.

(Pressetext)

Dieses Jahr, das 53. des Festivals und das 9. meiner Berichte darüber, werde ich meist NICHT dort sein, wo man mich erwartet. Das Fortgehen fällt mir immer schwerer, die Eindrücke zu sammeln und niederzuschreiben wird immer mühsamer und Bild/Video/Text hier zu publizieren nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Irgendwann werde ich es ganz aufgeben müssen. Ich bezweifle, dass sich eine Nachfolgerin / ein Nachfolger findet, dem Gangway so wichtig werden könnte, dass er oder sie sich genau so viele Gedanken über das Kulturgeschehen macht, nämlich das, worüber ein Cult-Mag berichten sollte.

Oder fühlt sich eine Leserin / ein Leser angesprochen?

Sollte es hier also immer ruhiger werden, sind die zwei Seiten Kultur in der Tageszeitung offenbar ausreichend. Da könnte man sogar noch eine an den Sport abtreten. Nicht?

Gerald Ganglbauer
Stattegg, 31.08.2020

steirischer herbst – Grand Hotel Abyss

19. 9. bis 13. 10. 2019

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Festival-Pass
+43 316 816070

Das Guidebook liegt im Besucher*innen und Pressezentrum des steirischen herbst (Kaiser-Josef-Platz 4, 8010 Graz) auf und ist beim Kauf eines Festival-Passes inkludiert.

Grand Hotel Abyss – Eröffnungszeremonie im Landhaushof

Viele fragende Blicke: What the …

Grand Hotel Abyss – Extravaganza im Congress

Die Gäste strömten zahlreich ins Grand Hotel Abyss. Aber waren teure Schokolade, Puppenspieler am Balkon oder Transsexuelle die „Extravaganza“ des Abgrunds?

Manaraga – Diary of a Master Chef

Endlich eine großartige Performance von den beiden „Meisterköchen“ Mathias Lodd und Lukas Walcher in dieser Koproduktion mit dem Schauspielhaus Graz.

Und das wars dann auch für mich. Der –steirische herbst– wie wir ihn kennen und zu schätzen gelernt haben ist nicht mehr. Nicht ohne Ironie ist der Schriftzug durchgestrichen. An seiner Stelle haben wir einen „russischen herbst“ verordnet bekommen, der sich „Diskussionen über die Gegenwart und politische Vergangenheit“ mit einem aktiv reflektierenden Publikum wünscht.

Das ist kein „Festival“ mehr, auch wenn sich Ekaterina Degot in ihrer Pressekonferenz rühmt, dass sich 43,000 Menschen (Schulklassen mitgezählt) an den zahlreichen Ausstellungsorten getummelt haben sollen. Ob die auch wieder bei einer nächsten „konsequent und kompromisslos“ unveränderten Ausgabe (12. September bis 18. Oktober 2020) wieder kommen?

Wir müssen uns daran gewöhnen, schreibt Ute Baumhackl in der „Kleinen Zeitung“. Nein, müssen wir nicht. Es ist unser Geld, unser Festival, unser steirischer herbst.