Red Sea, Egypt

Coral Sun Beach

Begleitet von Fischen, die man sonst nur im Aquarium sieht, im flachen Meer über farbenprächtige Korallen zu schnorcheln, hat schon etwas besonderes. Das kann man nicht nur am Great Barrier Reef in Queensland, sondern auch am Roten Meer, etwa 80km südlich von Hurghada, das nun schon drei Flughäfen hat. Kein Wunder, denn der Tourismus blüht, seit Ägypten dem Terrorismus keine Chance mehr gibt.

An der Küste findet man  Gated Communities wie Abu Soma Bay bei Port Safaga, wo die vielen Kontrollen einem das Gefühl geben, ein Hochsicherheitsgefängnis zu betreten. Dort stehen 5-Sterne-Hotels, Paläste, die den reichsten Sultanen genauso genügen müssen, wie deutschen Geschäftsmännern, die zu den besten Freunden Ägyptens aufgestiegen sind. Prestige ist eben alles.

Dagegen lobe ich mir die Freiheit, frühmorgens lange Spaziergänge zwischen Meer und Wüste zu machen, wo einem der Guard aus dem Hotel nur zuwinkt, wenn man an schier endlosen Stein- und Sandstränden entlang durch menschenleere Gebiete geht und nur sträunenden Hunden begegnet. Danach entspannt man im Spa in der Sauna, lässt sich im türkischen Hamam mit einer Ganzkörpermassage verwöhnen, und baumelt mit der Seele.

Einzig nervig der Schlafentzug durch den Nachtflug der Air Cairo um 02:40 und das ständige Anmachen um Bakschisch für alles und nichts. Das hat sich seit 1994 nicht geändert, als ich das erste Mal in Ägypten war. Dennoch ist es unterm Strich immer noch die Reise wert.

Nachtflug mit einer A 320 der Air Cairo

In der Nachbarschaft

Da tut sich was. Nur eine Hausnummer weiter, im Wohnprojekt unterm Steinbruch, sind Flüchtlingskinder eingezogen. Nein, natürlich nicht die Kinder selbst, sondern ihre Fotografien. Die in Graz lebende Kanadierin Jenny Chapman hat sie mitgebracht.

4 refugee camps
40 rolls of film
featuring over 40 child photographers

Wie sieht die Welt in einem Flüchtlingslager in den Augen eines Kindes aus? Diese Frage will Jenny Chapman mit ihrem Projekt beantworten, in dem sie über 1.000 Bilder aus Kameras gesammelt hat, die sie in Lesbos, Griechenland und anderen Flüchtlingslagern, an 40 Kinder ausgeteilt hatte.

Die Kinder knipsten darauf los und eine Auswahl aus diesen Bildern zeigt sie in einer  Fotoausstellung, die nach dem Afro-Asiatischen Institut nun bis 5. Mai in Stattegg zu sehen ist. Ich war bei der Eröffnung.

Berührend, was es da auf Augenhöhe der kleinen Fotografinnen und Fotografen zu sehen und entdecken gibt.

BLOG Stattegg - 8
Jenny Chapman auf Augenhöhe mit den Fotos der Kinder

Wer es nicht nach Stattegg-Ursprung schafft (obwohl sich das gut mit einem Besuch bei mir verbinden ließe), kann auf Jennys Blog auch ONLINE eine Fotogalerie besuchen und im Blog all ihre Berichte nachlesen.

Die BIlder gibt es auch zu kaufen und 100% dieser Einnahmen (ebenso wie meine, sollte das Video auf YouTube Geld einspielen) gehen an das Projekt Only Beyond Myself.